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LIVING AS FORM

Sozial orientierte Kunst ist allgegenwärtig und wächst weiter. Sie ist jedoch keine Kunstbewegung in dem Sinne. Vielmehr weist sie auf einen neuen künstlerischen Beschluss bzw. eine neue künstlerische Ordnung hin. Dabei geht es um Teilnahme, Herausforderungen und um gemeinsames Arbeiten im stadtplanerischen Kontext. Der AIDS Aktivismus, die Frauenbewegung, das Thema Menschenrechte und die 68er waren wichtige Vorreiter für die in den letzten 20 Jahren entstandene soziale Kunstszene. Und auch die digitale Medienwelt verändert die Kunst. Aktivisten haben gelernt, die Medien auf clevere Weise für sich zu nutzen und somit neue Formen von Projekten und Aktionen zu entwickeln, mit denen sie ihre Botschaften an ein noch größeres Publikum vermitteln können.

Nato Thompson studierte Politikwissenschaften und Art Administration und arbeitet als Kurator bei Creative Time und MASSMoCA. Im Wesentlichen fasst er Werke von Künstlern und Aktivisten zusammen und publiziert diese in Texten und Büchern. In seinem Buch “Living as Form: Socially Engaged Art from 1991-2011 widmet er sich ausführlich der Beschreibung sozialer, künstlerischer Werke. Dabei stellt er fest, dass man diese nicht einheitlich kategorisieren kann und versucht sie stattdessen auf Gemeinsamkeiten zu prüfen. Dabei stößt er auf die immer wiederkehrenden Themen Politik, Gentrifizierung, Gender, Kolonialismus, Migration, Krieg und Inhaftierung. Mit seinem Buch konzentriert er sich auf Werke im Zeitraum von 1991 bis 2011, da es seiner Ansicht nach in diesen 20 Jahren einige wichtige gesellschaftliche Umbrüche gab. Etwa der Fall der Berliner Mauer, die Anschläge vom 11. September, das globale Wachstum von Werbung und die rasante Entwicklung von Internet und Social Media. Nato Thompson geht es nicht darum, eine Liste der besten Kunstpraktiken aufzustellen, einzelne Projekte zu kritisieren oder eine historische Interpretation vorzunehmen. Vielmehr möchte er zeigen, dass symbolische Gesten starke und effektive Methoden der Veränderung sein können.

Marlene Apel – Kultur der Metropole